14.1.2026
Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen. © Konrad Adenauer
Mal was Neues: Eine Patientin der Barmer hat keine funktionierende Chipkarte. Also hat sie einen Ersatzschein unterschreiben müssen, dass sie bei der Barmer versichert sei. Danach haben wir eine elektronische Versicherungsbescheinigung angefordert, die 72h später (also zu Zeiten, wo sie bestimmt noch in der Praxis ist?) beantwortet wurde mit: „130 Es liegt ein Sonderfall/ eine Ausnahme vor. Bitten Sie den Patienten, mit der Krankenkasse Kontakt aufzunehmen.“ Sie ist also nicht versichert. 28 € Honorar werden wir wahrscheinlich nicht bekommen. Damit kann man leben. Wir haben Medikamente für 483 € verordnet. Wer bezahlt die Medikamente?
13.1.2026
Lass Dich ruhig gehen! Du kommst eh nicht weit. Kalenderspruch von „Miese Karten“

Neuerdings kristallisiert sich unsere Labordatenübertragung LOEM als Störherd raus: LOEM will am frühen Morgen nicht signieren und meint, ich hätte das gestern auch nicht getan. Alleinstellungsmerkmal: Bei LOEM ist an der Hotline schon nach 3 Minuten jemand dran und erklärt, dass heute Nacht ein Update war, es ganz viele Störungsmeldungen dieses Problems gäbe und der Hersteller schon kontaktiert und dran sei. Komisch: Bei anderen Hotlines komme ich nicht durch, wenn es Massenfehler gibt. Es ist folglich möglich, Ressourcen für eine Hotline bereitzustellen. Großes Lob.
7.2.26

Denk nicht immer an das, was Du nicht hast. Denk auch mal an das, was Du nicht kannst! Kalenderspruch von „Miese Karten“
Das elektronische Versenden von Laboraufträgen funktioniert 2026 nicht mehr. Daher höre ich mitten in der Sprechstunden Hotlinemusik. Ich habe hintereinander drei Hotlines von Labor und Labor-EDV-Dienstleistern gehört. Alle nett, freundlich und geduldig, alle kompetent, alle nicht zuständig. Heute Mittag soll es einen Patch geben, der das Problem löst. Sonst dürfen wir bisher 85 Laborüberweisungen nach alter Väter Sitte ausdrucken, damit sie unterschrieben und beim Labor fehlerträchtig wieder eingescannt werden. Heute Mittag sind es schon über 100. Merkwürdig, wie schnell man sich an eine seit 2 Jahren funktionierende EDV-Lösung für Papier gewöhnt.
Gute Nachricht 8.1.26: Gestern 17 und 21 Uhr ging es nicht (andauernd in der Praxis gewesen, weil ja irgendjemand den Schnee schieben muss), aber heute morgen funktionierte die Labordatenfernübertragung wieder makellos. Der Rechner war nur 5 Minuten blockiert wegen dem Nachsignieren von 130 Befunden – Peanuts.
06.01.26
Es ist niemals zu spät, um aufzugeben. Kalenderspruch von „Miese Karten“
Gestern gab es ein Update der Medikamentendatenbank von Medistar. Es installierte sich nicht, weil noch ein Computer Verbindung zur Datenbank hatte. Das Einzige, was klappte, war die Meldung an Medistar und mich: „Update erfolgreich installiert.“ Ich hab den Vorgang dann wiederholt. Beim zweiten Versuch klappte es.
Neujahrsüberraschung: Die Labordatenfernübertragung LOEM funktioniert nicht mehr richtig. Wegen neuer Sicherheitsvorschriften zum Jahreswechsel war ein Update angekündigt. Der Konnektor und die Software sind auf neuestem Stand, deshalb war ich am 2.1.26 zum basteln in der Praxis. Nur die e-Heilberufsausweise von der Telekom haben laut LOEM das Update nicht mitgemacht und sind gesperrt. Das macht aber nichts, es betrifft Tausende von Ärzten und bevor das Labor auf Tausende Aufträge verzichtet, weil niemand signieren kann, werden die Aufträge jetzt unsigniert ausgeführt. Geht doch!
Wir müssen uns an neue Worte gewöhnen: Das bewährte Präparat Denosumab, das bisher unter dem Namen Prolia weit verbreitet war, heißt jetzt Acvybra, Denbrayce, Izamby, Junbbonti, Junod, Kefdensis, Obodence, Osvirty oder Stoboclo. Kann man das nicht einfach Denosumab-Betapharm, Denosumab-Heumann, Denosumab-Mabxience, Denosumab-Hexal, Denosumab-Richter und so weiter nennen?
Schwieriger ist das bei den Biosimilars von Adalimumab, einem weitverbreiteten Rheumamedikament. Das bekomme ich als Amgevita®/Amgen, Amsparity®/Pfizer, Hulio®/Viatris, Hyrimoz®/Hexal, Hukyndra®/STADApharm, Idacio®/Fresenius Kabi, Imraldi®/Biogen oder Yuflyma®/Celltrion. Das Original heißt Humira und kommt von Pfizer. Abrilada, Cadalimab, Cyltezo, Exemptia, Hadlima, Hefiya, Libmyris, Mabura, Qletli, Solinno und Solymbic sind nicht auf dem deutschen Markt, ich glaube, es gab noch mehr. Ich habe zumindest mehr Werbung bekommen und sollte mir jedes dieser Präparate als das Beste merken. Ich denke bei den Namen eher an Pokemon.



23.12.25
Fortschritt heißt Veränderung, nicht unbedingt Verbesserung.
Gestern hatte Medistar ein Update, neu ist die elektronische Anforderung der elektronischen Ersatzbescheinigung.
Es gibt einen neuen Button, da drückt man drauf und schon 3 Minuten später war unsere erste elektronische Ersatzbescheinigung im Posteingang. Man musste einmal „Zuordnen“ anklicken, dann war die Chipkarte mit allen Rechten einschließlich Schreib- und Leserechte der elektronischen Patientenakte da. Das ist eine wesentliche Entlastung für all jene, die ihre Chipkarte vergessen haben, wo sie gerade in der Post oder im nächsten Fluss liegt. Dank an die AOK, das funktionierte gut.
Gegenprobe bei Versicherten der Barmer und der HKK (also unser Kinder, wo ich alle Daten zu Versuchszwecken nutzen darf): Nö, das funktioniert nicht so schnell wie bei der AOK. Ein guter Anfang. Nach 26 Minuten waren auch hier die Chipkarten elektronisch da..

Der Datenschützer in mir ist ein kleines Bisschen entsetzt: Ich kann mit Wissen um die Versichertennummer und den Namen auf Daten von Patienten lesend und schreibend zugreifen und sie abrechnen, als hätte ich sie gesehen und um ihre Meinung dazu befragt. Dann hoffe ich doch, das wenigstens der Zugriff protokolliert wird und Stichproben verhindern, dass die wunderbare virtuelle Patienten- und Geldvermehrung beginnt. Mögen alle, die das missbrauchen, zur Strafe 3 Jahre ohne Internet aufgebrummt bekommen!
17.12.2025
„Wenn Du mal wieder an Dir zweifelst: Du bist nicht allein. Wir zweifeln alle an Dir.“ Internetfund.
Immer häufiger finde ich in den elektronischen Patientenakten Briefe vom Hausarzt. Metadaten: „Ersteller: Hausarzt. Fachrichtung: Allgemeinmedizin. Inhalt: Arztbrief.“ Wenn die Datei runterlade und aufmache, finde ich meinen eigenen Arztbrief. Das Original steht in der gleichen Akte 1 Zeile tiefer. Da kann man vieles interpretieren:
- Böse: Urheberrechtsverletzung!
- Dummheit unterstellend: Die wissen nicht, wie man einen fremden Brief mit den richtigen Metadaten einstellt.
- Schlamperei unterstellend: Niemand hat geschaut, ob der Brief schon drin ist.
- Softwarefehler bemerkend: Die versprochene Doppelhochladesperre funktioniert nicht und der Metadaten-Generator lässt nicht zu, das ich einen fremden MRT-Befund hochlade. Da steht immer „Rheumatologie“ drauf, selbst wenn Frau Dr. Sensse als Kinderorthopädin tätig wird und das MRT vom Radiologen stammt. Also steht auch überall „Facharzt für Allgemeinmedizin“ dran, wenn der Hausarzt hochlud.
- Weltmännisch: Ja, es ist Scheiß. Aber ich gönne den Hausärzten die 1,47 €, wenn sie etwas hochladen.
Ich hoffe, es hört irgendwann auf mit dem überflüssigen Hochladen – bevor ein übermotivierter Anwalt auf die Idee mit der Urheberrechtsverletzung kommt. Dann wird es teuer für alle – außer für die Anwälte.
20.11.2025
„Vielleicht kann man ja mit 90 Jahren im Bundestag noch rumdödeln, ohne dass es einer merkt. Aber mit 90 kann man kein Dach mehr decken.“ Gregor Gisy

Patienten beschwerten sich, weil wir in die elektronische Patientenakte Dokumente einstellen, die sie nicht lesen können. Anfangs habe ich gesagt: Das liegt alles an der doofen Audi-BKK, andere können das (und lag damit nicht so falsch). Nun häuften sich die Beschwerden, also bin ich der Sache auf den Grund gegangen. Wenn ich bei bestimmten Kassen Dokumente einpflege, werden unsere Dokumente beim Hochladen als Brief, die von anderen Praxen als PDF markiert. Die Formale sind unterschiedlich.
Nachschau bei unseren Altakten: Vor 2024 haben wir normale PDFs hochgeladen, das Problem besteht seit Mitte des Jahres. Also hab ich auf eine „Spielakte“ lauter alte Briefe hochgeladen, die schon einmal problemlos hochgeladen wurden. Jetzt wurden sie nicht mehr als PDF erkannt. Nachfrage bei der CGM-Medistar-Hotline: Das Problem war dort nicht bekannt und konnte auch nicht erklärt werden.
Jetzt habe ich eine freundliche Mail vom second-level-Support (also der höheren Einsicht): Eine Umstellung in PDF wird wahrscheinlich nicht stattfinden. MEDISTAR bleibt beim XML. Patienten die bei RISE ihre Akte haben (IKK,BKK usw.) können aktuell die Briefe nicht öffnen. Es wurde ein Fehler bei RISE festgestellt. RISE hat angegeben, dass der Fehler noch in diesem Quartal gefixt werden soll. D.h. das Problem sollte sich spätestens Anfang nächsten Jahres lösen, ohne dass MEDISTAR noch etwas beisteuern muss.
Aus der Antwort ergeben sich neue Fragen:
- Wer ist RISE? RISE ist ein Dienstleister für Krankenkassen, der die elektronischen Patientenakten hostet.
- Was ist XML und was unterscheidet es von PDF-A? PDF ist ein letztlich nur visuelles Datenformat, das man hinterher nicht spurenarm verändern kann. Die maschinenlesbare und weiterverwendbare XML-Datei kann man dranhängen – muss man aber nicht.
- Was ist Standard in der elektronischen Patientenakte? Standard ist PDF-A, soweit ich die Quellen richtig gedeutet habe.
- Wer zur Hölle ermächtigt dann Medistar, ein anderes als das Standardformat zu wählen und zu verwenden und dann auch noch so zu tun, als hätten die Entwickler von RISE den Fehler gemacht? Ich weiß es nicht. Aber es kotzt mich an, denn in der Folge stehen wir so da, denn bei 40% unserer Patienten (Audi-BKK, Ersatzkassen) stehen wir jetzt so da, als wären wir zu blöde, einen e-Arztbrief in die elektronische Patientenakte zu laden.
05.11.2025
Wieder einmal veräppelt uns Medistar. Letzten Montag bekamen wir ein Paket im „Verfahren der sicheren Lieferkette“. Ein Postbote kam mit einem Paket. Adresse und Name stimmten, aber er wollte einen QR-Code sehen. Also ging er wieder und nahm das Paket wieder mit. Zwei Tage später kam eine Mail mit dem QR-Code und der Paketankündigung. Gestern kam die Postbotin wieder, nun ist das Paket da. Drin war unser neues Chipkartenlesegeräte, mittlerweile sind drei von 6 wegen Überalterung der verlöteten Batterie ausgefallen.
Weiter mit dem Kommunikationsstörungen: Es gab 2 Mails, im CGM-Portal sei eine neue Rechnung abzurufen. Also hab ich das Portal geöffnet, eine Rechnung über 450 € für das neue Chipkartenlesegerät zur Kenntnis genommen und versucht, sie abzurufen. Heruntergeladen wurde eine PDF mit 0 KB. Das kann ich weder lesen noch bezahlen. Also warte ich auf die erste Mahnung, die kommt mit der Post – und ist lesbar.
03.11.25
„Ein Logo ist dann gut, wenn man es mit dem großen Zeh in den Sand kratzen kann.“ Kurt Weidemann, Typograph
Wir arbeiten jetzt mit KI! Klingt gut, ist aber sinnarm und banal. Bei einer Durchsicht eines fremden e-Arztbriefes habe ich nicht herausbekommen, wo und als was der Kollege arbeitet – es war nur der Name drauf. Also hab ich unseren eigenen e-Arztbrief angeschaut. Name, Adresse und Telefonnummer sind drauf, aber die Fachrichtung steht nur in den Metadaten. Natürlich könnte ich als Strasse Hamburger Strasse 144, 38518 Gifhorn eingeben und als Ort „Fachärzte für Orthopädie, Kinderorthopädie und Rheumatologie“. Dann steht alles drauf. Ich weiß allerdings nicht, welche Folgefehler das wieder macht. Also hab ich lieber ein Praxislogo mit Midjourney designt. Das rechte Bild hat besser gefallen.


So weit, dass ich Patientendaten in die KI einfüttere, traue ich der Technik noch nicht. Zum Angeben reicht eine KI-Anwendung. Es ist eine spannende Technik, die uns alle irgendwann überflüssig macht: Ärzte, Rechtsanwälte, Mediendesigner, Menschen.
08.10.25:
Eine Mail zum Ausbaustand des Glasfasernetzes in Gifhorn: Leider ist aufgrund der Komplexität des gesamten Ausbaus eine Prognose aktuell nicht möglich. Alle Kunden, die Verträge in der Nachvermarktung abgegeben haben, werden zeitnah zu Aktionen, die ihre Liegenschaft betreffen, kontaktiert.
Bis dahin bedanken wir uns für Ihre Geduld. Mit freundlichen Grüßen Ihr GIFFInet Team.
Das ist eine typische deutsche Parlamentsanfragenantwort:
- sie ist kurz
- sie ist höflich
- ich weiß hinterher genauso wenig wie vorher.
06.10.25
Wenn Du alles hast, kommt der Rest von ganz allein. Bardutzky, Dennis
Positive Überraschung: Am 1.6. kam das Update von Medistar, lief problemlos, am 2.10. das IFAP-Update von Medistar, zum ersten Mal gleich mit dem aktuellen Datenstand vom 1.10.25 und heute morgen funktionierte alles. Die Rechner sind nur wie so oft nach Updates sehr langsam – sie müssen wohl erstmal irgendwelche Tabellen und Puffer aufbauen. Funktionssicherheit ist gut, leider nicht selbstverständlich. Was kostet diese Normalität? Im letzten Jahr 6928 € an CGM Medistar, also 19 € jeden Tag. Teuer.
30.9.25
Wer denkt, Abenteuer seien gefährlich, solle es mal mit Routine versuchen. Die ist tödlich. Paulo Coelho, brasilianischer Schriftsteller
Heute ist der letzte Tag des Quartals, Abrechnung. Zum ersten Mal seit langem kam an den letzten 3 Tagen kein Schnellschuss-Update von CGM Medistar. Das kann ein gutes Zeichen sein, muss es aber nicht.
Für heute hat sich eine Kundenbetreuerin von Medistar angesagt. Ich habe ihr zu Ehren noch einmal die Reaktionszeiten unseres Systems gemessen: Der erste Brief kommt nach 2:13 Minuten aus dem Computer ins Netz, Folgebriefe codiert Medistar in 57 Sekunden. Das ist zu lange. Ein E-Rezept dauert 27 Sekunden, gesetzliche Vorgabe sind 2 Sekunden. Am Tag verlassen uns 90 Rezepte, das sind 45 Minuten oder drei Patientenbehandlungsplätze. Der Knaller sind die Reaktionszeiten des e-Arztbriefes. Heute morgen waren es 8:30 Minuten vom Eingeben des Kommandos „COMM“ bis zum Erscheinen des ersten Objektes im Posteingang. Zur nächsten Post benötige ich mit dem Fahrrad nur 7 Minuten. Immerhin hat die e-Post keinen Rückweg, also eindeutiger Vorteil für die elektronische Variante. Gegen 10 Uhr hat die Kundenbetreuerin wieder abgesagt, sie traut sich angesichts der vielen Unzulänglichkeiten von Medistar nicht nach Gifhorn.

Fehler des Tages ist eine Mitteilung einer elektronischen Patientenakte: unbekannter Fehler, die exakte Ursache wird dokumentiert. Wie denn, wenn der Fehler unbekannt ist? Die entsprechenden Logfiles waren leer.
Ganz traurig schaue ich derzeit jeden Tag vor unsere Praxistür. Erst wurde ein großer Graben aufgerissen, dann wurden eine Stromleitung und ein Leerrohr für Glasfaser reingelegt. Zum Schluss wurde ein kleiner Graben mit dem Leerrohr bis 2 Meter vor unseren Praxiseingang gelegt. Und dann kam ein Team und hat in das Loch eine Strassenlaterne gepflanzt. Wieder kein Glasfaser-Internet. Schade.
Nächstes Grummelthema: Seit dem ersten August soll es möglich sein, eine elektronische Versichertenbescheinigung durch die Gegend zu schicken. Ich habe noch keinen Patienten, dessen Krankenkassenapp das kann, für den Testlauf gewonnen.
18.9.25
Aus Fehlern kann man lernen, muss es aber nicht. Georg-Wilhelm Exler
Wenn EDV, Röntgen und Knochendichtemessgeräte laufen, fällt halt der Ultraschall aus. Mein drittes Auge, das Ultraschallgerät, meldet seit 2 Wochen, sein Speicher sei zu 70 % gefüllt, es habe wenig Reserven. Irgendwann hat es dann gemeint, es könne keine neuen Patienten aufnehmen, es habe nur noch 30% Reserven. Das war so ziemlich der sinnloseste Geräteausfall der letzten Zeit. Mit Hilfe von Herrn Hering, Sonotechnik Hering in Bad Harzburg, ließ sich dann das Problem am Telefon einkreisen und in 3 Nächten lösen: Obwohl alle Ultraschallbilder auf einen großen Server gehen, werden sie lokal gespeichert. Das waren dann 12.000 Untersuchungen in 3 Jahren – ich wusste gar nicht, dass ich so viel arbeite. 4000 Löschungen schaffen die modernen Alpinion ecube 12 am Tag, also war mein Gerät in drei Nächten sauber und wieder schneller. Etwas übler sind die in die Jahre gekommenen Samsung H60 – sie waren mit der Zeit sehr langsam geworden und selbst das Neuaufsetzen des Betriebssystemes nutzte nichts. In der ersten Nacht habe ich das Gerät meiner Frau von 13.000 auf 8.00 Bilder zusammengelöscht, seitdem arbeitet es wieder tadellos. Bei mir sind schon gute Wirkungen der Verkleinerung des Datengrabes von 24.000 über 19.000 auf aktuell 15181 Untersuchungen (a 20 Bilder) zu merken. Aber das werden noch 5 Nächte, wo man abends de Löschfunktion anwirft und morgens sieht, dass das Gerät wieder viel, aber noch lange nicht alles geschafft hat.
Fazit: Datenschutz (alles unbemerkt doppelt und dreifach speichern) ist ein Übel.
02.09.2025
„Erst gestalten wir unsere Werkzeuge, dann gestalten sie uns“ – John Culkin
Es gab heute lustige Post von der Gematik: Eine Onlinebefragung zur nationalen Digitalisierungsstrategie. Immerhin habe ich dadurch erfahren, dass es eine nationale Digitalisierungsstrategie gibt. Das Lesen erinnert mich an die Wettervorhersagen zum ersten Mai in der DDR: Schön, optimistisch und von jeder Realität losgelöst.
In der Befragung kam auch EHDS zur Sprache. Zitat: Europa wächst im Bereich Digital Health immer weiter zusammen. Mit dem European Health Data Space (EHDS) soll insbesondere der sichere, grenzüberschreitende Zugang sowie die Nutzung von Gesundheitsdaten in Europa ermöglicht werden. Innerhalb von 5 Jahren sollen, wenn ich das richtig verstanden habe, Gesundheitsdaten europaweit zur Verfügung stehen. Ich wäre schon ganz froh, wenn das zwischen Gifhorn, Wolfsburg und Meine funktionieren würde.
Weiter ging die Befragung mit der KI: „Künstliche Intelligenz ist ein zentrales Innovationsthema, das zukünftig alle drei Handlungsfelder der Strategie beeinflussen wird. Bitte teilen Sie uns Ihre Einschätzungen und Erwartungen zum Einsatz von KI im Gesundheitswesen mit! “ Nun weiß ich endlich, womit sich die armen Digitalstrategen beschäftigen müssen. Für unsere täglichen Probleme wie bummelndes Internet und Hunderte täglicher Mikropausen wegen Warten auf die e-Rezepte, e-Arztbriefe und e-Patientenakten hat man da natürlich keine Zeit. Kurze Einschätzung zur KI: KI ist nur ein Computer: Kommt Mist rein, kommt Mist raus. Wir brauchen eine funktionierende EDV und eine lange Schulung der Bediener, bevor wir uns mit den Ergebnissen des „Nachdenkens“ der KI beschäftigen können. Verlassen können wir uns auf die KI nicht.
01.09.2025
„KI ist wahrscheinlich das Beste oder das Schlimmste, was der Menschheit passieren kann.“ – Stephen Hawking, Physiker
Seit wir das Fachportal Gematik kennen, suchen wir die EDV-Ausfälle nicht mehr bei uns selber. Das war diese Woche zweimal der Fall.
Das Ärgernis der Woche lieferte diese Woche wie so oft die Firma CGM Medistar mit ihren Rechnungen. Man schickt die Rechnung nicht mehr direkt, man teilt mit: Schauen Sie ins Portal, dort wartet eine Rechnung auf Sie! 2 tage später kam die nächste Mitteilung: Schauen Sie ins Portal, die Rechnung über 931 € ist bezahlt! Das freut mich, denn CM hat mehrfach vierstellige Beträge ohne Rechnung abgebucht und deshalb keine Abbuchungsgenehmigung.
Also hab ich erst auf die Konten geschaut, ob irgendwo 931€ fehlen und dann Medistar angeschrieben, wer das denn bezahlt hätte. Antwort: Jawohl, Geld ist da, alles in Ordnung! Nochmalige Anfrage, wo denn das Geldherkommt: Es kam genau unsere IBAN zurück. Schön! Medistar bekommt Geld und ich zahle nicht, eigentlich ein Traum. Aber am Freitag kam eine Mahnung über 934 € – 931 € fehlen und 3 € wegen Rücklastschrift.
Des Rätsels Lösung: Wir hatten Mitte 2024 nach 3 Jahren korrekter Rechnungen CGM Medistar wieder eine Abbuchungsgenehmigung erteilt, aber unsere Hausbank nicht über das Ende der Sperre informiert. Da wir Rechnungen nach Erhalt bezahlen, kam es nie zur Abbuchung. Jetzt gehen die Rechnungen nicht mehr per Mail zu uns, sondern in ein Portal, wo ich anfangs noch nicht einmal Zugangsdaten hatte und so nahm das Unheil seinen Lauf.
Zweite Erkenntnis: Das Portal ist ein sinnloser Zeitfresser. Es markiert Rechnungen als „bezahlt“, wenn CGM Geld angefordert hat. Das bedeutet nicht immer, dass man das Geld auch bekommen hat.
21.08.2025
Schweinefleisch essen ist gesund. Zumindest explodieren Menschen, die Schweinefleisch essen, seltener in der Öffentlichkeit.

Heute streikt der e-Arztbrief. Die Mitarbeiterinnen beschwerten sic, das System laufe langsam. Auf dem CGM-Radar ist keine Störung zu sehen. Ich habe die Hotline erreicht und die meinte:: Deutschlandweites Problem, kann man auf https://fachportal.gematik.de/ti-status/ sehen. Ok, dann schreiben heute keine e-Arztbriefe. Die anderen Funktionen von KIM (e-Krankschreibung, e-Versichertennachweis) brauchen wir noch nicht.
Und dann hat sich das nächste Netzteil eines Computers verabschiedet. Montag wurde ein Neues per Overnightservice von Amazon bestellt. Dienstag kam die Mitteilung, es verschiebe sich auf Mittwoch. Jetzt ist Donnerstag, noch ist kein neues Netzteil da.
18.8.25
In den letzten 2 Wochen ist so viel elektronisches Chaos über uns hereingebrochen, das keine Zeit zum Bloggen war. Reparieren geht vor.
Am 4.8. – letzter Urlaubstag – war ich schon mal in der Praxis, alles probeweise hochfahren, 2 Updates Medistar, eins IFAP Medikamentendatenbank und ungezählte Updates Windows 11. Alles lief.
Am 5.8. fiel gleich zum Start der linke Tresenrechner aus – also der mit dem Chipkartenlesegerät. Das ist ein Problem, wenn am ersten Tag nach dem Urlaub die Patienten einmal die Treppe runter bis zur Straße Schlange stehen und sich mit denen, die mit dem Fahrstuhl an der Schlange vorbeifuhren, Rangkämpfe um die Warteposition liefern.
Ich habe den Rechner in einer Pause schnell zum benachbarten Computershop PC-Teufel gebracht. Die Firma ist erloschen. Einen hauptamtlichen Computerservice scheint es in Gifhorn nicht mehr zu geben. Am Abend hatte ich dann Herrn Graf vom IT-Service 38 kennengelernt. Er nahm den Rechner 18.00 Uhr noch an und sagte zu, ihn am Folgetag durchzusehen und einen Kostenvoranschlag zu erstellen. 18.30 Uhr war ich zu Hause und hatte schon die Info: Netzteil tot, nichts Schlimmes. Also ab zu Media-Markt – Netzteil kaufen, um dort zu erfahren, dass Media-Markt keine Computerteile mehr führt. Zurück zu IT-Service, Rechner wieder einsammeln, Netzteil aus einem anderen Studienrechner ausbauen, in den Rechner einbauen. Rechner lief gegen 22 Uhr. 3 Tage später brachte die Post ein neues Netzteil.
Am zweiten Morgen hatte die Labordatenfernübertragung LOEM unsere Zugriffscodes, die LANR (lebenslange Arztnummer) und BSNR (Betriebsstättennummer) vergessen. Erster Anruf der Hotline (immer während der Sprechstunde, sonst haben die Hotlines auch zu): „Ich bin nicht der Techniker, ich bin die Hotline. Ich ruf den Techniker.“ Zweiter Anruf: „Sowas hatte ich noch nicht. Die Daten liegen auf der GUS-Box (einer besseren Fritzbox). Aber da finde ich sie nicht. Ich update mal die GUS-Box.“ Dritter Anruf, weil das Update meldete: „Updatefehler.“: „Das wird schon, warten Sie noch 30 Minuten.“ Vierter Anruf mit 55 Minuten Warteschleifenmusik: „17.00 Uhr. Jetzt ist Feierabend. Aber starten Sie auf keinen Fall die GUS-Box neu, dann sind die Daten weg!“ Ich hab den Stecker gezogen, die Box fuhr hoch und meldete: „Update erfolgreich“. Nur der Fehler war noch da- keine Signatur möglich. Also hab ich 200 Laborzettel ausgedruckt und unterschrieben.
Neuer Morgen, neuer Techniker: „Das hatte ich auch noch nicht. Ich schau mal auf die GUS-Box. Ah, da sind doch Ihre Daten!“ Danach funktionierte es.
Am dritten Morgen streikte das Knochendichtemessgerät (Dexa). Es fand seine Datenbank nicht, alle Daten nicht zugreifbar. Das Gerät ist zweieinhalb Jahre alt. Natürlich gibt es tägliche Sicherungen, aber die Datenbank zum Zugriff darauf fehlte. Also hab ich den Hersteller Hologic angerufen. Bevor man die Hotline sprechen darf, musste ein Kostenvoranschlag unterschrieben werden. Vier Anrufe und drei Tage später hatte ich den Kostenvoranschlag: 2000 € pauschal plus Mehrwertsteuer. Am Dienstag hatte ich dann einen Techniker am Telefon, der meinte, er käme Donnerstag 9.00 Uhr. Am Mittwoch, 9.30 Uhr stand er da – sein Kunde war ausgefallen, so hatte er Zeit für uns.
Das Problem der Dexa war ist typischer Fall von geplanter Obsoleszenz: der Steuerrechner der Dexa muss eine Datenbank und die Gerätesoftware hochfahren. Irgendwann ist die Datenbank so voll, das sie langsamer hochfährt als das Gerät. Dann fällt das Gerät aus. Eine Fernwartung gibt es nicht, das sei verboten, weil man ja mit der Fernwartung versehentlich die Röntgenquelle einschalten könne. Funfact: Unser Röntgengenerator von Spellman hat die 20.000 fache Strahlungsleistung. Hier gibt es eine gut funktionierende Fernwartung und niemand hat Angst vo Aktivierung der Röntgenquelle.
Es kam ein freundlicher kompetenter Techniker. Er installierte innerhalb von 5 Minuten ein Miniprogramm. Das Programm verzögert den Start der Dexa um 15 Sekunden. Bis dahin ist die Datenbank aktiviert und alles läuft wieder. Das Programm hätte ich nach Benennen des Problems auch schreiben können. Dann wurde 4 Stunden lang ein Programmpaket mit 21 GB Windows-10- Updates der letzten 2,5 Jahre installiert. Das hätte ich selbst tun können, aber es war mal die Ansage: Dieses Gerät braucht keine Updates, die Funktion ist gesperrt. Hologic hat Microsoft als nicht vertrauenswürdig eingestuft und überprüft die Updates, bevor ein Techniker sie installiert. Die Praxis hat gleich zwei Geschmäckle: Zunächst ist für die Beschäftigung der Kundendiensttechniker gesorgt. Unter 600 € wird die Rechnung kaum sein. Dann gibt es Antiamerikanismus-Vorwürfe, wenn man meint, das Microsoft nicht zuverlässiger als die Deutsche Bundesbahn sei. Amerikanische Firmen wie Hologic dürfen amerikanische Software offiziell als misstrauenswürdig einstufen.
Bis Freitag war ich also mit Hotlines und den normalen Patienten beschäftigt. Auf meinem Schreibtisch lag ein Stapel von 4 cm in den Ferien eingegangene Befunde, 160 Mails von Leuten, die hofften, ich würde ihren Wunsch als Erstes abarbeiten und 70 e-Arztbriefe. Es dauert immer noch 2 Minuten, einen e-Arztbrief zu öffnen, zu lesen, einer Akte zuzuordnen und das Wichtigste unter „Fremdbefunde“ einzutragen. Den Aktenberg habe ich am Wochenende bearbeitet.
Eine zukunftsträchtige Neuheit hatte das letzte Update: den elektronischen Versicherungsnachweis. So etwas kann man sich selbst mit der Krankenkassen-App bestellen und über KIM zu einem bestimmten Arzt schicken. Damit entfällt das Versenden der Chipkarte mit Boten (oder illegal mit der Post), wenn man ein Rezept benötigt und noch nicht in der Praxis war – und der Patient die Krankenkassen-App freigeschaltet hat. Einen Testlauf konnte ich noch nicht machen, bei der AOK-App funktioniert das noch nicht, alle anderen angesprochenen Patienten hatten keine App. Wenn jetzt noch jemand das USB-Blutabnahmeset und das Homesonographiegerät erfindet, kann ich Videosprechstunde anbieten und Homeoffice machen. Ernsthaft: für unsere Thüringer, Brandenburger und Bremer Patienten gibt es ein paar interessante Optionen.
11.07.25 Reisen ist fatal für Vorurteile, Bigotterie und Engstirnigkeit. (Mark Twain)
Die Baustelle vor unserer Tür ist nach 4 Monaten beendet. Leider war es nicht möglich, bei der Gelegenheit ein Glasfaserkabel zu verlegen – die seit heute neue Straße wird dann extra aufgerissen. Schade, ein schnelles Internet wäre ein Gewinn für uns.
Seit Montag haben wir eine Backup-Funktion. Es hat viermal hintereinander geklappt, sollte also stabil sein.
Die vierte Patientin innerhalb von 3 Jahren hat nach einer Befüllung ihrer elektronischen Patientenakte gefragt:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte Sie bitten, meine medizinischen Unterlagen (z. B. Befunde, Arztbriefe, Laborergebnisse) in meine elektronische Patientenakte (ePA) zu übertragen. Meine ePA wird über meine Krankenkasse Audi BKK, Versichertennummer X————-, geb. xx.xx.xxxx, geführt und ist für Ihre Praxis entsprechend zugänglich.
Bitte bestätigen Sie kurz den Erhalt dieser Nachricht und teilen Sie mir mit, wann die Übertragung erfolgen kann.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung. Mit freundlichen Grüßen
Ich verstehe die Bitte. Das Einpflegen der Altakten war nie Teil der elektronischen Patientenakte. Ich liebe es, wenn jemand kurz vor den Ferien für solche Dinge fristen setzen will. Entsprechend unwirsch war meine Antwort:
Guten Tag, Frau xxxxx.

Es gibt keinerlei Rechtsgrundlage, die uns zur Konvertierung der Altakten in PDF und Einstellung in die EPA motivieren könnte. Diese Aufgabe haben die Krankenkassen bekommen. Ich habe das versuchsweise durchgespielt und benötige 40 Minuten pro Akte, für die ich 1,48 € angeboten bekomme.
Neubriefe pflegen wir versuchsweise ein., Es funktioniert bei mittlerweile 40% der Akten und ist ab 1.1.26 verpflichtend. Auch bei Ihnen komme ich ausdrücklich nicht in die Akte.
Zusammenfassung: ich finde die ePA sehr gut, aber der ganze Sch… funktioniert noch nicht wirklich.
Gegenfrage: darf ich Ihre Anfrage – selbstverständlich anonymisiert – für meinen Blog verwenden? https://sensse.net/?p=1821
Sie sind die Dritte, die so etwas fragt, dann aber auch gleich mit Fristsetzung und Altakten.
Mit freundlichem Gruß
Sie hat „ja“ gesagt.
Technischer Hintergrund: die e-Arztbriefe liegen im PDF-Format vor und das speichert die e-Patientenakte. Ich habe weder die Möglichkeit, Röntgenbilder hochzuladen noch den Autor zu ändern und so mir bekannte MRT-, Krankenhaus- oder Rehaberichte einzupflegen, selbst wenn ich sie umständlich ins PDF-Format konvertieren kann. Schade eigentlich.
03.07.25
Gestern rief überraschend der nächste Medistar-Mitarbeiter an. Er brachte die Datenbank in Ordnung, will sagen, er blähte sie weiter auf. Aktueller Blähstand: Die Oracle-Datenbank beansprucht 41 GB im Ordner „Medistar/oradata“ (1.8.24: 40 GB), weitere 53 GB 40 GB im Ordner „medistar/apps/oracle“ (2024 : 40 GB und nochmal 53 GB GB im Ordner „app/Oracle“, wo die Datenbank steht. 15 GB sind entsorgt wegen alte Datenbank, 67 innerhalb eines Jahres dazugekommen, davon ca. 15 gestern. Dafür wurde die komplette Praxis wegen einem Datenbankneustart mitten im Betrieb 24 Minuten lahmgelegt. Ich warte auf ein schnelles Glasfaserinternet, dann kommt Medistar endlich weg. Ääm: Sicherung: nicht geklappt.
02.07.26
Keine Datensicherung-keine Gnade! (Häufig gebrauchter Spruch von EDV-Profis gegenüber dem zahlenden User)
Am Wochenende gab es ein unspektakuläres Update. Einziger Aufreger: Es wurde im Rahmen des weiteren Ausbaues der Telematikinfrastruktur die Einführung des e-Versicherungsnachweises zum Juli angekündigt. Wir haben keine Info, keine Gebrauchsanweisung. Kurz googeln: „Die Zustellung des Versicherungsnachweises erfolgt über den Kommunikationsdienst KIM automatisiert und in wenigen Minuten direkt an die Praxis, sodass dieser die Versichertendaten sofort vorliegen. Die Daten können direkt aus dem KIM-Postfach in das PVS übertragen werden; das manuelle Einpflegen wie beim bisherigen papiergebundenen Ersatzverfahren entfällt.„
Die Leute, die so etwas einführen, leben auf einem virtuellen Ponyhof an einer 1 GBit-Glasfaserleitung und haben vermutlich, falls etwas nicht funktioniert, einen folienverpackten Webmaster im Kühlschrank. Bei uns braucht KIM 3-6 Tage. Ich rufe jeden Tag zum Feierabend einmal KIM auf und lasse es eine halbe Stunde offen. Trotzdem hatte ich wieder eine Woche keine e-Arztbriefe und keine e-Nachrichten. Gestern kamen dann 14 Nachrichten mit Absendedatum ab 25.6.25. „Just in time“ ist anders.
Und ne kurze Mail an Medistar:
Guten Morgen,
Medistar-Sicherung die 3.
Wir hatten letzte Woche und gestern einen freundlichen EDV-Mitarbeiter in der Fernwartung, weil unser Update seit 7 Jahren nur mitteilt, es sei gelungen – aber die Platten waren leer.
Aktueller Stand: Die Oracle-Datenbank behauptet, die FRA sei zu 80% voll. Das Update behauptet, die FRA sei so groß, dass sie nicht mehr in die Datenbank zurückgespielt werden könnte.
Das Datensicherungs-Log zeigt seit Tagen das mißlungene Backup vom 25.6., es hat kein aktuelles Datum.
Die Sicherungsplatten, auch die von heute Nacht, sind leer.
Die ISAM-Datenbanken fahren „nach dem Update“ 7.30 hoch. Da wollten wir eigentlich schon arbeiten.
Ich warte geduldig auf Ihren Anruf. Befriedigend ist der Nullfortschritt bisher nicht.
Wir haben noch einen Termin am 7.7. – Das wäre einem EDV-Profi mangels täglicher Datensicherung zu lang. Aber es ging ja 7 Jahre ohne gut.
Eigentlich möchte ich fluchen, freidrehen und irgendwen würgen. Nur die Rechnungen für diesen Nullservice klappen zuverlässig.
26.06.26
Fallen ist keine Schande, nur lange Liegenbleiben. Sprichwort
Man kommt morgens in die Praxis und es ist merkwürdig ruhig: Alle Computer stehen, Ursache: Der Medistarserver hat eine neue Datensicherung und die hat ihn nach dem Sichern nicht mehr hochgefahren. Kurze Aufregung wegen der Fehlersuche, schliesslich ist Donnerstag und da hat uns Microsoft schon oft mit üblen Updates überrascht, einmal virtuellen Server hochfahren – das dauert unter 10 Sekunden.
Nebenbei: Die Datensicherung hat auch nicht geklappt.
Nachtrag 13.00 Uhr: Am nächsten Montag, also in über 96 Stunden hat jemand von der Hardware Medistar Zeit, sich das Problem anzusehen. Die Datenbank hat auch einen Dauerfehler: ORA-19804: 67108864 Byte Datenträgerspeicher können nicht aus Grenzwert von 44023414784 Byte zurückgefordert werden. Es fehlen also 67 MByte Platz. Soll ich mich nun auch noch mit der Programmierung moderner relationaler Datenbanksysteme herumschlagen??
25.06.25
Es gibt drei traditionelle Wege, einen Betrieb zugrunde zu richten: Mit schönen jungen Frauen – das ist die nobelste, mit viel Alkohol – das ist die sicherste und mit neuen Computern – das ist die schnellste.
Heute morgen habe ich einen verwirrenden e-Arztbrief empfangen. Schade, dass die ärztliche Schweigepflicht verbietet, so etwas zu veröffentlichen. Es fehlte der Brieftext, nur eine PDF-Datei als Anhang. Die PDF enthielt ein schräg eingescanntes Blatt Papier mit einem handschriftlichen Arztbrief. Das ist wenig sinnvoll.
Der handgeschriebene Arztbrief endete mit der Standardformulierung: „Dieser Brief ist elektronisch signiert von Frau Dr. XXXXXXXXX und bedarf keiner Unterschrift.“ Aha. Ich bin überrascht. Das alles ist im Rahmen des Gesetzes – nur sinnlos halt.
Wir haben seit 7 Jahren keine funktionierende Datensicherung, nur ein Makro, das täglich fröhlich und optimistisch die gelungene Datensicherung anzeigt. Aufgefunden wurde der Fehler so:: Unsere Serverfestplatten wurden letzte Woche vergrößert. Ich habe mich gefragt, ob die vergrößerten virtuellen Platten noch auf die reale Sicherungsplatte passen. Das habe ich überprüft und festgestellt: Da ist nur eine Sicherung von Starc, nichts von Medistar.. Die Problemanalyse und Abstellung gab einige Dinge, die mir der Informatikprofi, der das eingerichtet hat, mal hätte sagen können – wenn er es denn gewusst hätte.
- Wir sichern zwei Server auf genau eine Wechselplatte. Das geht so nicht. Aber man bekommt zwei Vollzugsmeldungen, wenn eine der beiden Sicherungen geklappt hat.
- Ein virtueller Server auf Hyper-V (Mikrosofts Virtualisierungssoftware) kann nicht mit USB-Wechselplatten umgehen und sich von innen nicht sichern.
- Datensicherungsplatten müssen mittlerweile mit 12-stelligem Passwort verschlüsselt werden.
Also wurde in 2 h Fernwartung eine ordentliche Sicherung angelegt. Da ich vor Updates und Datenbankoperationen immer den Server runterfahre und die virtuellen Festplatten kopiere, falls das Update nicht klappt, ist der Fehler 7 Jahre nicht aufgefallen. Ich hatte ja eine frische Sicherung, wenn ich sie benötigte. Autsch.
Nächstes Datensicherungsproblem: Unser Server steht im Keller. Das Gebäude war mal Amtsgericht, unser Keller diente als Gefängniszelle. Entsprechend ist sie baulich gesichert. Jetzt war das Schloss kaputt. Ich kam nicht an mein Fahrrad, mein Portemonnaie im Fahrradkorb und an die Datensicherung. Mit Scharniere abschrauben und Flex war an der Tür nichts zu öffnen. Ein guter Schlosser hat ein kleines Loch ins Schloss gebohrt, ein paar Tropfen Öl hineingespritzt und schon ging es wieder.
12.6.25
Christa Wolf: „Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“

Unser Server macht wieder Probleme, das hatten wir August 24 schon. Aber dieses mal kommt eine Warnmeldung – ein Fortschritt! Medistar meldet, die „Fast recovery Area der Oracle-Datenbank sei zu 80% gefüllt“. In Deutsch: Der Speicher ist voll. Kurzer Blick auf den Festplattenplatz: 10 von 350 GB frei – das nennt man dann instabil. Nun benötige ich den Support von Medistar oder jemanden, der sich mit dem Umschichten von virtuellen Servern auskennt. Übergangsweise habe ich 20.000 PDFs von Meikamentenbeipackzetteln im Wert von 15 GB von der IFAP-Datenbank gelöscht. Wenn ich so etwas benötige, kann ich es googeln.
Ich habe den Medistar-Support gegen 16.45 Uhr angerufen, hörte in genau der Reihenfolge:
- „Leider haben wir derzeit ein erhöhtes Anrufaufkommen. Wenn es kein hohe Priorität hat, vereinbaren Sie bitte einen Rückruf oder rufen später wieder an.“. Ich wartete, ich bin zahlender Kunde, also wichtig.
- „Ihre voraussichtliche Wartezeit beträgt 5 Minuten!“ Gut, so schnell geht es selten.
- zwei Minuten später: „Leider rufen Sie außerhalb unserer Geschäftszeiten an. <Tut-Tut-Tut>“
Und schon fühle ich mich als Medistar-Kunde wieder mal verarscht.
27.5.25
Die ewig Gestrigen sind morgen schon von vorgestern. Herbert Lahm
Mal was Neues: Eine elektronische Mail über KIM (das Kommunikationssystem in der Medizin): Sehr geehrte Collegae, bekanntermaßen ist der Arztbriefversand-/empfang über das KIM-System NICHT sicher vor Cyber-Attacken: bei der Infektion eines einzigen KIM-Absenders können aus dem gesamten KIM-System Spam, Viren und Malware versendet werden, und gerade durch die Verschlüsselung von KIM können Nachrichten nicht vor dem Eingang von Firewalls und Virenscannern geprüft werden (Quelle: Dt. Hausärzteverband 2022). Ich werde deshalb den KIM-Dienst bis auf weiteres NICHT für den eArztbrief-Empfang verwenden . Bitte nutzen Sie für Ihre Arztbriefe solange die bewährten konventionellen Kommunikationswege wie Fax und Postversand.
Es gibt also nicht nur Kollegen, die das viel zu langsame System nicht mögen und ältere Kollegen, die es nicht haben und schon weit im Rentenalter lieber in den Ruhestand gehen, als sich mit 70 Jahren neue Programme und Computer anzutun. Es gibt auch jüngere Kollegen, die den Empfang der e-Arztbriefe einfach verweigern wollen.
Nun ist allerdings das Fax nicht sicherer und die Kommunikation per KIM ist seit 1.10.21 vorgeschrieben. Ich werde diese freundliche Einzelmeinung nicht berücksichtigen. Wenn der Kollege den Blick in seinen Posteingang verweigert, dann weiß er halt nicht, ob er Post hat. Sollte er deshalb behaupten, er habe keine Briefe bekommen, dann lügt er.
Motto des Tages: EDV-Systeme verarbeiten, womit sie gefüttert werden. Kommt Mist rein, kommt Mist raus. Andre Kostolany
18.5.25: Serverabstutz

Ein kurzer morgentlicher Sonntagsbesuch in der Praxis, um schnell mal die Labordaten zu signieren und abzuholen (Ein Vorgang, der jeden Morgen kostbare 15 Minuten vor dem ersten Patienten kostet und leider nciht nach Feierabend gemacht werden kann) und schon sehe ich: Ah, der Server ist nicht erreichbar. Wenn ich das heute nicht löse, werden wir morgen nicht arbeiten können. Anlage neu hochfahren hilft nicht, also muss ich die Hotline anrufen. Nun sitze ich seit über einer Stunde in der Praxis und höre mir alle 39 Sekunden die gute Nachricht an: „Derzeit sind alle Mitarbeiter im Gespräch. Sie werden mit dem nächsten freien Mitarbeiter verbunden.“ Solange baue ich ein paar Lampen ab und dafür Energiesparleuchten an die Sprechzimmerdecken – ich rechne also mit mehreren Stunden Warteschleife. Es waren dann aber nur 1 Stunde und 6 Minuten und dann ging einen freundliche Mitarbeiterin dran. Sie war ganz erschrocken, denn ihr Telefon hatte zum ersten mal geklingelt, sie war eigentlich frei. Problem: Eine der ISAM-Datenbanken, deren Verschwinden uns seit Jahren mit immer neuen Geldforderungen seitens CGM Medistar versprochen wird, war abgestützt.
7.5.25 – Elektronischer Patientenausweis die 55.
Motto des Tages: Wir haben von den Dingen gewusst. (Theodor Heuss über den 8.Mai)
Gestern gab es ein Update zum fehlerhaften Update vom 29.4., das einen Fehler vom 27.4. bereinigen sollte, der mit dem Quartalsupdate Anfang April auftrat. Klingt blöd, ist aber so (Zitat aus der Sendung mit der Maus). Und nun funktioniert die elektronische Patientenakte offiziell. Bei den meisten Patienten ist die elektronische Patientenakte leer.
Bei den Patienten der Barmer findet sich eine Behandlungshistorie von 4 Seiten mit Medikamenten aus diesem und dem Vorjahr, abgerechneten Diagnosen und parallel behandelnden Ärzten – schon interessant. Bei einer Patientin der Audi-BKK fand ich einen Aktenauszug aus dem Vorjahr – 26 Seiten mit jedem einzelnen Arzt- oder Zahnarztbesuch.
Wir werden lernen müssen, das zu lesen: ICD T63 „Toxische Wirkung durch Kontakt mit giftigen Tieren“ war zum Beispiel ein Mückenstich.
Natürlich habe ich auch versucht, etwas schreibend in eine elektronische Patientenakte zu tun.

Zunächst erschien die rechtsseitige Fehlermeldung. Dann stürzte der Konnektor ab – die gesamte Praxis stand mit Fehlermeldungen still. Bis alles einmal herunter- und wieder hochgefahren war, vergingen 25 Minuten. Ich werde also vorläufig Befüllungen der EPA nur nach Feierabend vornehmen und lernen, bei welchen Kassen die EPA funktioniert. Hübsch finde ich auch, dass in dem Feld schon „Metadatenvorlagen verwenden“ angeboten wird, der Metadatengenerator aber erst 7/25 kommen soll.
Heute hat eins unserer Chipkartenlesegeräte mit lautem Rauschen bekanntgegeben, dass es keine Haltebatterie mehr hat und ausgetauscht werden möchte. Vor 4 Wochen bekam das Lesegerät noch einen neue teure SMCb-Karte.
Ein neues Chipkartenlesegerät kostet 474,81 €. Wir haben vor 6 Jahren 6 der Geräte bekommen, 2 werden wirklich benötigt. Also wurde das veraltete Gerät abgestöpselt und im Konnektor deaktiviert.

Gleicher Abend, gleicher Patient, zweiter Versuch: 2 Dokumente – einen Arztbrief und einen Laborbefund auf eine elektronische Patientenakte hochgeladen. Es funktioniert. Zeitaufwand 5 Minuten. Das wird mit der Routine schneller.
Dies ist der zweite Teil des Elends mit der Elektronik in Arztpraxen. Wer den ersten Teil lesen will, siehe hier.
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